Timmendorfer Skiffle Group | Historie

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DIE GRÜNDUNG 1973

 An dieser Stelle möchte ich Euch einmal erzählen, was wir in 39 Jahren als Gruppe so alles durchgemacht haben. Bei einem Besuch meines Kunden Diethelm Schenk (Gitarre) in Timmendorfer Strand im Sommer 1972 kamen wir auch auf Musik zu sprechen und stellten fest, dass wir beide Skifflefans waren. Abends trafen wir uns in seinem Keller, wo alle Musikinstrumente, die man für den Skiffle braucht, vorhanden waren: „Piano, Banjo, Gitarre, Waschbrett, Teekistenbass und sämtliche Kleininstrumente“. Diethelm (Didi) Griff zur Gitarre, ich nahm mir das Waschbrett vor und wir spielten so einige Stücke, die man noch von früher kannte: "Tom Dooley", "Midnight Special" usw.

Danach trafen wir uns hin und wieder zum Spielen und hatten sehr viel Spaß dabei. Da Skiffle zu zweit eigentlich kein Skiffle ist, machten wir uns auf die Suche nach Gleichgesinnten. Diese hatten wir fast griffbereit in unserer Nähe. Didis Freund, Heinz Ludwig (Banjo) aus Hamburg, war schon lange und gut mit seinem Instrument vertraut und meinen Freund Jens Sievertsen konnte ich für den Teekistenbass begeistern. Somit waren wir nun vier.

Drei- bis viermal in der Woche wurde geübt und unter dem Motto "Spaß an der Freud" machten wir damals, sowie noch heute unsere Musik
.

DER ERSTE AUFTRITT

Dann kam unser erster Auftritt am Sonntag, 19.08.1973 um 20:30 Uhr am Timmendorfer Strand im Großen Saal des Maritim Hotels. Dieter Thomas Heck veranstaltete einen "Je Ka Mi Abend", was natürlich "Jeder kann mitmachen" heißt und sowas wie der frühe Vorreiter von "Deutschland sucht den Superstar" war. Wir fassten Mut und meldeten uns als Trio, da wir unseren Mann für´s Banjo „Heinz“ nicht erreichten an. Mit Gitarre, Teekiste, Waschbrett und Gesang erreichten wir von 28 Mitstreitern den 5. Platz. Da wir als Gruppe noch keinen Namen hatten, nannten wir uns nach Ursprung, Übungsabenden und nach dem ersten Auftrittsort "Timmendorfer Skiffle Group". So bekam das Kind seinen Namen.

DIE ERSTE FORMATION

Um das ganze zu vervollständigen, musste ein Klavierspieler her. Durch Zufall lernte ich im alten Jazzclub in Lübeck Hans Steyer kennen, den ich als Pianisten für uns gewinnen konnte. Nun wurde stramm geübt, und wir hatten bald 40 Stücke fest in unserem Programm, die wir auch gerne öffentlich vortragen wollten. Im Jazzclub in Lübeck begann dann Dezember 1973 unsere Hobbymusikerlaufbahn. Wir merkten jedoch bald, dass es im Lübecker Raum keine Zukunft für uns geben würde und so versuchte ich, in die Hamburger Szene hineinzukommen. Als unbekannte Gruppe hat man es wirklich sehr schwer, in einem Jazzerlokal einen Termin für eine Gig zu bekommen und nur durch Beharrlichkeit gelang mir dies. Wir spielten fest im: Remter, Cottenclub, Logo, Fabrik, Dannys Pan und im Winterhuder Fährhaus. Mangels Örtlichkeiten blieb es im Lübecker Raum bei Gastspielen, im Jazzclub, Riverboat, Flub Dub, Altstadtfeste in Norddeutschland. In Kiel spielten wir in der Pumpe und in der Räucherei. Berlin haben wir des öfteren in der Eierschale beglücken dürfen.

Herbst 1974 gelang es mir Günter Marquardt als Pianisten zu gewinnen, da Hans Steyer aus beruflichen Gründen uns verlassen musste. Dezember 1974 bereicherten wir die TSG, wie sie inzwischen in Insiderkreisen hieß, mit einer Sängerin - Inge Hartzheim. Mit dieser Besetzung blieben wir bis Dezember 1976 zusammen, bis uns ebenfalls aus beruflichen Gründen unser Banjospieler Heinz verlassen musste. Durch Günter lernte ich Horst Bergmeier (Banjo) kennen, den ich jedoch erst nach langem Überreden dazu bewegen konnte, sich uns anzuschließen und zu unserem Glück bis heute noch dabei ist (Danke Horst - "Einmal Skiffler, immer Skiffler").


DER ERSTE GROSSE FERNSEHAUFTRITT

Am 24.04.1977 konnten wir durch einen Live-Auftritt im Fernsehen (NDR - Sport III) unseren Bekanntheitsgrad im norddeutschen Raum erweitern. Im Juni des gleichen Jahres stand uns fast die Auflösung der Gruppe bevor. Inge verzog nach Frankfurt, Horst und Günter - alte Jazzer - gingen wieder zum Jazz zurück.

Durch Zufall hörte ich eine Skiffle Group aus Bad Segeberg und, Glück muß der Mensch haben, bei einem Gespräch unter Gleichgesinnten hörte ich, dass 2 Mitglieder dieser Gruppe zur Bundeswehr mussten. So kam die neue Formation zustande: Knut Mau - Gitarre, Ernst-August Dührkop genannt "Erna" - Klavier und Peter Höft - Banjo. Frisches Blut bringt neuen Mut und am 02.09.1977 hatten wir dann unseren ersten gemeinsamen Auftritt.


DIE ERSTE LANGSPIELPLATTE
Unser Ziel war es, eine LP zu machen. Das war ein großes Risiko, da ich keine Plattenfirma fand, die uns unter
Vertrag nehmen wollte. So machten es wir auf eigene Rechnung, dank Ralf Peitzner von der Autovermietung Miera aus Lübeck, der uns als Sponsor zur Seite stand. Er nahm uns einige Sorgen, wie Transport, Plakate, Plattencover, usw. ab.

Nicht nur in dieser Zeit, sondern bis 1996 (Danke Ralf!).

Am 13.04.1978 war es soweit, da sah man uns im Plattenstudio schwitzen und es hat sich gelohnt, die Platte wurde sehr gut verkauft, so dass wir unsere Kosten decken konnten. Eine zweite LP wurde daher in Angriff genommen.


WEITERE VERÖFFENTLICHUNGEN

Es folgten noch weitere 8 Fernseh- und Rundfunk Live-Auftritte, 1985 kam die zweite LP auf den Markt und 1993 erschien unsere erste CD. In dieser Zeit wechselte mal wieder beruflich bedingt die Gruppenformation. Durch den Einsatz von neuen Instrumenten, wie E-Bass, Schlagzeug, E-Gitarre und Boogie & Blues Pianist, Günter Brackmann, bekannt als Pianist bei "B.Sharp", "Boogie House", "8 to the Bar", kamen auch neue Musikeinflüsse dazu. Selbst vor der Dobrogitarre und Bluesgesang von Dick Bird machten wir nicht halt.

ENDE UND NEUBEGINN

1996 trennte sich die alte Besetzung, da wir uns musikalisch durch Rock und sozialkritische deutsche Texte vom urigen Skiffle immer weiter entfernten. Und dadurch die Auftritte immer weniger wurden.

Bis 2000 kamen noch einige Auftritte dazu, danach ging es wieder aufwärts. Am 23.02.2001 hatten wir ein letztes, großes Konzert im Werkhof (Lübeck) und haben uns dann bis 2006 zurückgezogen. Seit Januar 2007 sind wir nun die Rentnerband und können uns jetzt voll in die Skifflemusik reinknien. Die heute Besetzung ist daher Jürgen Koerner - seit 34 Jahren am Waschbrett & Cajon & Gesang, Rudi Schaake - Bassgitarre & Gesang, Heiner Trommer - Gitarre & Gesang und last but not least Horst Bergmeier - Banjo & Gesang. Mit dieser vierer Formation werden wir ab September 2007 starten. Als Pianist hilft uns dann Günther Brackmann aus. Nun sind wir fast 1 Jahr dabei und der Erfolg den wir erhofft hatten, ist voll eingetroffen. Seit September 2008 haben wir uns verstärkt mit Kontrabass: Manfred Nommensen, 2009 kam dann Hermann Schreiter und seit Sept. 2009 haben wir uns verjüngt mit K-bass Christian der unser Bühnenalter von 321 Jahren auch 279 Jahre gedrückt hat. Fühlen uns auch gleich viel jünger. Somit kann Rudi endlich Sologitarre spielen. So stell ich mir handgemachte Live-Musik vor. 2010 kam kurzfristig Rudis Sohn (Andreas) als K-bass zu uns. Bis wir uns dann Manfred als K-bass zurück holten. So etwas kommt in jeder Band vor. Aus beruflichen Gründen. Wollen wir hoffen es bleibt so. Seit August 2008 gibt es 2 Vidoes bei youtube. Bis 2012 kamen noch weitere Videos dazu. Am 1. Mai 2011 schafften wir dann unseren 4. Tonträger (cd). Den wir live beim 3. Benefiz-Konzert in Lübeck aufnahmen. Jetzt sehen wir schon in Richtung 40 Jahre, um dann am 21. Sept. 2013 wieder in Lübeck/Schuppen 6 zu feiern. Wie immer als Benefizkonzert, für Ärzte vom www.pro-interplast.de! Mit: 3 Band's: 8 to the bar, Swing-trio, und uns, vielleicht noch eine 4 dazu. Schauen wir mal. Vielleicht kommt Ihr ja dann zu dieser Veranstaltung. Würden uns darüber sehr freuen. So genug für heute.


Blues & Gruß Euer Jürgen Koerner!